Montag, 7. Januar 2013

Matrix 366. Sinn oder Unsinn? Ein (selbst-)kritischer Rückblick mit Umfrage.

Es ist geschafft. Heute habe ich mit dem 1388. Fund die 366er Matrix komplettiert. Das heißt ich habe jetzt an jedem Tag, den das Kalenderjahr parat hält, mindestens einen Cache gefunden oder ein Event besucht.
Zur durchaus vorhandenen Freude mischt sich eine große Portion Erleichterung, denn es war nicht immer einfach.


Aber fangen wir mal ein gutes Jahr vorher an:
Etwa im Oktober 2011 nahm ich die 366er Matrix ins Visier. Vermutlich begann zu dieser Zeit der Hype um den dafür "wichtigen" Schaltjahr-Tag am 29.02.2012 und steckte mich an.
Zunächst begann ich - soweit ich mich erinnere - das Ganze recht locker und entspannt und nahm mir vor, die Matrix bis Ende 2013 voll zu kriegen. Da war es also nicht schlimm wenn erst einmal noch eine Lücke blieb, diese konnte ja im Folgejahr noch gestopft werden.
Nach dem 07.01.2012 war es dann aber so, dass die Lücken zunächst recht problemlos in Fundtage verwandelt werden konnten. Und mit der steigenden Zahl der lückenlosen Tage (und der Freude darüber) kam der Ehrgeiz auf diese Serie auch nicht mehr reißen zu lassen und die Matrix am 07.01.13 komplett zu machen. Nicht unbedingt zur Freude meiner besseren und mitcachenden Hälfte. Sie hätte sicher die lockerere Version bevorzugt.

Nun ja; ich gebe es zu: Diese "Selbstverpflichtung" war stellenweise wirklich mehr Fluch als Segen und trieb manchmal seltsame Blüten.
Bei einem kleinen Powertrail von etwa 20 Dosen, der im Sommer in der näheren Homezone gepublisht wurde, pickte ich mir nur einzelne Dosen raus wenn die Matrix danach rief. Andere Dosen, an denen ich einen Meter vorbei kam, ließ ich liegen um sie für später zu verwahren. Blöd war nur, dass der Powertrail wieder eingestampft wurde und sich diese "Vorratshaltung" damit erledigte... 
Der "Lückenfüllzwang" führte andererseits auch dazu, dass ich manchmal eine Dose suchte selbst wenn ich gar keine Lust dazu hatte oder kleine bis mittlere Umwege in Kauf nehmen musste, die Zeit und Sprit kosteten. Insbesondere gegen Ende 2012, als die Tradis und Finals der gelösten Mysterys in der engeren Homezone immer weniger wurden und zeitweise Schnee die Dosen bedeckte. Erschwerend dazu kam noch dass Kris, meine bessere Hälfte, sich im Herbst den Fuß brach und sich die gemeinsame Dosensuche auf Drive In's oder Caches mit sehr kurzen Laufwegen und niedriger T-Wertung beschränken musste. Da tendierte die Auswahl im nahen Suchbereich zusehends gegen Null.
Aber wenn man so weit gekommen ist und das Ziel vor den Augen hat will man auch nicht einfach aufgeben. Zumindest ich nicht. Auch wenn es dann manchmal Überwindung und Nerven kostet.
Das ist ein bisschen wie beim Marathon. Wenn du bei Kilometer 37 bist und quasi das Ziel vor Augen hast ziehst du die restlichen 5 auch noch durch wenn es nur irgendwie geht.
Und Kris zog mit so gut es ging, so dass die lückenlose Statistiktabelle zu einem großen Teil ein Teamergebnis ist. (Danke dafür!!)

Ja und nun ist sie voll, die Matrix. Ein Ziel ist erreicht. Allerdings eines für das man sich nichts kaufen kann, mit dem niemand zum tollen Hecht wird, nach dem morgen kein Hahn mehr kräht und das auch mit dem eigentlichen Sinn des Geocachens wohl nicht sehr viel zu tun hat. Über Sinn und Unsinn kann man deshalb sicher geteilter Meinung sein. Selbst meine eigene Meinung ist da geteilt.

Oft hat es Spaß gemacht und ich war froh noch einen kleinen Schlenker gemacht zu haben.
Aber eben nicht immer.
Jetzt kann ich zumindest wieder ausschließlich dann Geocachen gehen wenn ich will; nicht wenn ich "muss".
Womit wir dann wieder bei der oben erwähnten Erleichterung wären.

Und wie ist deine Meinung zur 366er Matrix? Hast du auch darauf "hingearbeitet"? Bist du noch dabei? Wie sehr stört(e) dabei der "Zwang"? Hat sich die Matrix im Laufe deiner Cachejahre automatisch gefüllt? Oder ist sie dir völlig egal?
Ich habe dazu mal eine kleine Umfrage eingearbeitet und würde mich über deine Beteiligung freuen. Erläuterungen zu deiner Antwort oder nicht aufgeführte Antworten kannst du gerne in die Kommentare schreiben.


366er Matrix: wie stehst du dazu?
Ich habe meine 366er Matrix bewusst gefuellt oder bin noch dabei.
Ich habe begonnen die 366er Matrix bewusst zu fuellen aber abgebrochen weil es zu nervig wurde.
Ich habe begonnen die 366er Matrix bewusst zu fuellen aber abgebrochen weil eine Luecke entstand.
Ich habe noch nicht begonnen die 366er Matrix bewusst zu fuellen, habe es aber (vielleicht) vor.
Die 366er Matrix ist mir egal.
Auswertung

Kommentare:

  1. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich bin letztes Jahr auf Heiligabend losgezogen und hab den letzten weißen Fleck getilgt:

    http://joergth.blogspot.de/2012/12/heilig-abend-und-kein-weier-fleck.html

    Gruß aus Hessen! Jörg

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  2. Ich habe schon von Cachern gehört, die machen am Wochenende (outdoor) einen Powertrail und loggen die Dosen einzeln an den Tagen, die noch keinen Treffer haben ;-)

    Die Matrix ist eine schöne Spielerei, aber nichts für mich. Da die Homezone leergecacht ist, müsste ich an jedem noch nicht abgehackten Tag viel zeit und Spritgeld investieren... irgendwie doof.

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    1. @ Anonym

      > Powertrail einzeln nach "Lückentagen" loggen

      Wer so aus einer Fund-Statistik eine Onlinelog-Statistik macht bescheisst sich in meinen Augen letztendlich selbst. Um noch einmal den Vergleich mit dem Marathon heranzuziehen: das ist so als würde man abkürzen oder ein Stück mit dem Bus fahren.
      Irgendwann kommt so ein Verhalten heraus und dann ist Ruck-Zuck der Ruf im Eimer.
      Bei mir in der Gegend gibt es auch so einen Kandidaten der etwas "zeitversetzt" loggt; da weiß ich dann was ich davon zu halten habe.

      Für uns käme so etwas nicht in Frage; wir hätten auch ein schlechtes Gewissen dabei.
      Das treibt dann manchmal auch komische Blüten: für unsere Dose am 27.12.12, die wir um 00:15 geloggt haben, sind wir extra langsam von einer Feier zurückgefahren um nicht vor Mitternacht an der Dose zu sein. ;-)

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  3. Kommt mir alles sehr bekannt vor: Die Hoffnung auf einen Publish weil man eine Lücke hat und kein Cache in der Nähe ist und die Suche bei miesem Wetter, an dem man normalerweise nicht auf die Idee käme vor die Tür zu gehen. Ich erinnere mich noch an die Erleichterung als die Matrix endlich gefüllt war und man wieder so cachen konnte wie man Lust hat ;)

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    1. ja, wir haben auch alles ganz ehrlich gemacht und teilweise bin ich zu Zeiten losgezogen an denen ich lieber im Haus geblieben wäre. Und nun kommt mir alles wie "Genusscachen" vor... kein Zwang mehr!

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  4. Als ich habe (noch) nicht bewusst nach der Matrix gecacht. Macht aber auch nix, bei ca. 170 Funden ist das kein Thema. Aber ich habe grossen Respekt vor dieser Leistung vom Lauflöwen, egal wie vereinzelte "Aktionen" zu Stande gekommen sind. Der Weg ist das Ziel *ähm* die Matrix. Und sind wir mal ehrlich, Spass machen soll es doch auch oder?

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  5. Ich lasse es gleich sein mit der Matrix, Statistik oder irgendwas anderem in der Richtung und habe gleich den vollen Genuß beim Cachen.
    Kein Druck, völlig planlos rumlaufen und ab und zu mal eine Dose finden.
    Reicht......mir.
    Gruß
    Reflektor

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  6. Warum sich nur manche solch einen Stress machen. Ich Cache jetzt knapp 1 Jahr. Da waren Monate dabei da bin ich garnicht losgezogen und da waren Zeiten dabei da war ich fast jeden Tag unterwegs. Ich gehe Cachen wenn ich Lust dazu hab und sich am besten noch nette Gesellschaft findet. Ich will die Natur genießen, schöne Fotos machen und entspannen. Das ich in einem Jahr nur 125 Funde hab, obwohl zwischendurch sogar die Homezone wechselte ist dabei völlig egal. Noch egaler ist mir deshalb eine fiktive Matrix.

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